Muladhara Chakra .. die Basis, die Wurzel

Und vergesst nicht, dass es die Erde freut, eure nackten Füße zu spüren, und dass die Winde sich danach sehnen, mit eurem Haar zu spielen.

Khalil Gibran


Workshop Muladhara Chakra

.. spüre die Energie des Erdelements!


Mula = Wurzeln, Adhara = Stütze/Basis

Die tatsächliche Lage soll laut Yogameister erspürt werden - ungefähr liegt das Muladhara Chakra an der Basis der Wirbelsäule, Steißbeingegend. Dort entspringen die 3 wichtigsten Energiekanäle unseres Systems. Ida (weibl. Mondenergie) und Pingala (männl. Sonnenenergie) fließen vom Muladhara die Sushumna entlang (feinstoffliche Wirbelsäule). Diese Kanäle symbolisieren das geistig-spirituelle Potential, welches durch beharrliche und ernsthafte Praxis freigesetzt wird. Muladhara ist die Basis des gesamten Chakren-Systems – hier beginnt die Arbeit!

Um ein stabiles Haus zu bauen, braucht es einen guten Boden und festes Fundament, so ist es auch bei uns Menschen. Die Festigung unserer Persönlichkeit und unseres Körpers ist die Basis für eine nachhaltige und gesunde Entwicklung und Praxis! Wir sollten immer am Boden bleiben und uns stark fühlen, physisch und psychisch, bevor wir uns neuen geistigen Sphären öffnen, sonst verlieren wir schnell die Bodenhaftung, welche durch Muladhara gegeben wird.




Farbe: rot, dunkelgelb

Die Fabre rot steht auch für Shakti, die weibliche Urkraft, welche die Erweckung des Bewusstseins vom schlafenden Zustand symbolisiert.

Das Chakra hat 4 Blütenblätter, die für 4 Geistfunktionen stehen: Geist (Manas). Bewusstsein (Chitta), Intellekt (Buddhi) und Ich-Bewusstsein (Ahamkara)

Sinn: Geruch

Körperfunktion: Ausscheidung(sorgane), Urogenitalsystem, Knochenaufbau, Immunsystem

Muladhara wird von der nach unten führenden Energie (= Apana Vayu) gespeist und ist somit für den Ausgleich aller Ausscheidungsfunktionen zuständig (Ejakulation, Wehen, Urin, Stuhlgang- Verstopfung/Durchfall, Menstruationsbeschwerden, Inkontinenz zB). Es sorgt für eine gute Funktion von Niere, Blase, Enddarm und Geschlechtsorganen.

Körperteile: Beine und Füße

Symbolisieren unsere Wurzeln und Bodenhaftung in physischer Form. Das Ziel sind starke, flexible Füße und Beine, um mit den Füßen und Zehen gut den Boden unter uns spüren und greifen zu können und damit uns unsere Beine ausdauernd und beständig durch das Leben tragen. Biegen, statt brechen. Bambus statt Pfosten.

Tier: Elefant – Ganesha (= Gott des Neubeginns, Hindernisüberwindung, Segnung und Ausdauer)

Mantra: Die Silbe LAM aktiviert das Muladhara Chakra

Element: Erde (Prithivi)

Bedeutung in Lebensprinzipien: Mit dem Prinzip des Muladhara erfährt sich ein Mensch als Individuum. Die Bedürfnisse sind materieller Art – Überleben, Selbsterhaltung, Sicherheitsstreben, Instinkt, Stabilität, Durchsetzungskraft, Nahrung auf allen Ebenen, Schwerkraft, Entspannung spielen eine übergeordnete Rolle. Gute Archetypische Vergleiche: Neandertaler, Vikinger.

Ausgeglichenes Muladhara: Der Mensch mit ausgeglichener Wurzelkraft steht mit beiden Beinen am Boden und im Leben. Er bejaht das Leben, strahlt Vitalität aus und ist materiell meist sehr erfolgreich. Er vermittelt das Gefühl von Sicherheit für sich und Andere. Sie haben einen ausgeprägten Realitätssinn und sind Lebenserfolgreich – Machtlosigkeit ist überwunden, Liebe, Lebenslust und Vertrauen herrschen vor.

Diese Menschen bringen ihre emotionalen und spirituellen Fähigkeiten auf den Boden, übersetzen ihre Visionen in Taten und Worte, sodass Andere Zugriff auf diese haben. Grundsätzlich sind sie gut mit allem Leben, der Erde, Tieren und Menschen verbunden – sie sind dankbare Persönlichkeiten und haben einen guten Zugang zu allen, sind meist sehr beliebte, lockere und liebenswerte Menschen.

Auch in Stresssituationen sind sie geduldig, zuversichtlich und bleiben “bei sich”.

Physis: sie haben eine gute, gesunde Grundkonstitution, einen kraftvollen Körper bzw Wissen diesen ihrem Leben angepasst einzusetzen. Ihr Körper ist ihr Zuhause und dementsprechen (be)nutzen sie ich auch. Sie haben eine gute Lebenskraft, Ausdauer, stabile Knochen und Nägel, gute Zähne, Verdauung und Ausscheidung. Sie scheint nichts aus der Fassung zu bringen.

Physik: Verwurzeln = Vertrauen auf unsere eigene kinesthätische Intelligenz/Körpergefühl; Wiederherstellen = Körpergefühl, um Bewegung und Leben in gesundem und funktionstüchtigen Körper zu gewährleisten

Bedeutung des Erdelements/Wurzelchakras: erforsche die geistigen Sphären, Bewusstsein, um es auf die Erde zu bringen und zu verKÖRPERn. Jegliches Wissen, Einsicht, Erkenntnis bringt nix, sofern wir es nicht leben, in den Alltag einbauen. Verkörperung der Göttlichkeit, Spiritualität, Erkenntnis und Bewusstsein ist gefragt.

Ungleichgewicht durch: Kindheitstraumata bzgl. Nahrung und Zuhause, Nicht-Verbindung mit Familie/Gemeinschaft, Verluste und VerlassenSein/Werden

Auswirkung bei Ungleichgewicht: Kontrolle, Gier, Neid, Depression, Trägheit, Verlust der Vorstellungskraft, Antriebslosigkeit, Anpassungsstörungen/übermäßige Sturheit, körperliche Symptome und Unausgeglichenheiten an Füßen, Knien, Beinen, Becken, unterer Rücken, Beckenboden, Sakrum, Ischias, Knochen/Zahnerkrankungen, Darmerkrankungen, Hämorrhiden. Blutarmut Schlaffes, energieloses Gewebe, Neigung zu Ödemen, Cellulite, Krampfadern, Venenleiden und Übergewicht. Ihr Immunsystem ist schwach, sie verkühlen sich schnell und neigen zu Allergien und allerg. Reaktionen.

Der ganze Körper und Psyche scheinen energetisch unterversorgt zu sein. Sie sind abgeschnitten von der Erdkraft und haben somit keine Basis, um ihr Leben kraftvoll zu leben und ihre Potentiale, Ziele und Visionen umzusetzen. Stattdessen gehen sie in die Resignation oder in den Widerstand, Trotz. Diese Menschen sind leicht zu beeindrucken und haben meist eine konturlose Persönlichkeit. Oft halten sie Ausschau nach Führungspersonen, an die sie sich anschließen können, von denen sie auch gerne hier und da profitieren.

Sie sind oft geplagt von Existenzängsten und einem grundsätzlichen Misstrauen sich selbst, der Welt und Anderen gegenüber. Sie neigen zu Phobien, Drama und Extremen auf allen Ebenen.

Positionen zum Ausgleich: Berg (stehend), Ready Position (breite Hocke), Krieger Variationen (Virabhadrasana 1-3), Pferd Position (1 Bein angewinkelt hoch), Fersensitz (Vajrasana), Vorwärtsbeuge (Pashimottanasana), Kindposition (Garbhasana), Baum (Vrikshasana), Tänzer (Natarajasana), Ardha Mastyendrasana (Drehsitz) - alle Positionen, die mit der Erde, dem Boden verbinden.

Auch mit Mula Bandha (Beckenbodenverschluss = Muskulatur der Harnröhre, Geschlechtsteile und Anusschließmuskel) oder Ashivini Mudra (wechselndes Anspannen und Entspannen des Mula Bandha). Nasikagra Drishti (Starren auf die Nasenspitze) nährt Muladhara.

Ansonsten .. barfußgehen, den Boden spüren, den Kontakt zur Natur und Mutter Erde fördern, dieser gegenüber liebevolle Dankbarkeit empfinden – sich selbst gegenüber ebenso .. Wertschätzung von sich und allem üben.

Baummeditation, Fuß/Gehmeditation, Affirmationen zB “ich verwurzele mich, ich nähre mich, ich stärke mich, ich bin gut verwurzelt..”






Fragen, die dich mit deinem Muladhara in Verbindung setzen:

⦁ Wie kann ich mich wieder mit meinem eigenen ⦁ Körper verbinden?

⦁ Bin ich in der Lage, gesunde und dauerhafte Beziehungen zu führen und mich von solchen zu trennen, die sich als ungesund erwiesen haben?

⦁ Was kann ich tun, um meine ⦁ Essgewohnheiten weniger unregelmäßig sein zu lassen? Spiegeln sie einen ⦁ Mangel an ausgeglichener Erdenergie wider?

⦁ Wie kann ich entscheidungsfreudiger werden, wenn ich mich ⦁ schwach fühle (die kleineren Chakras in den ⦁ Knien werden vom Muladhara Chakra beherrscht)?

⦁ Wie sehr bin ich bereit, positive ⦁ Veränderungen in meinem ⦁ Leben anzunehmen?

⦁ Erlaube ich es, festgefahren zu werden? Oder genieße ich sowohl das ⦁ Geben als auch das ⦁ Nehmen, wenn beides ein ⦁ Ausdruck von gesundem ⦁ Austausch von Energien ist?

Die fünf Elemente als physische Aggregatzustände von physischer Materie

Zunächst einmal kann man die 5 Elemente als physische Aggregatzustände von physischer Materie sehen. „Erde“ entspricht der festen Materie, also alles, was fest ist.

Die fünf Elemente als Bestandteil des physischen Körpers

Im Vedanta (Teil der hlg. Schriften des Hinduismus) wird gesagt, dass der Mikrokosmos dem Makrokosmos entspricht. Im Makrokosmos sind die fünf Elemente enthalten aber auch der Mensch als Mikrokosmos besteht aus fünf Elementen.

Sein Körper besteht aus fester Materie, zum Beispiel die Knochen, die Haare und die Nägel = Erdelement.

Die fünf Koshas und die fünf Elemente

Im Vedanta-System spricht man von den fünf Koshas, den fünf Hüllen des Menschen.

Genannt werden sie auch „subtile“ oder „feinstoffliche“ Elemente.

Die grobstofflichen fünf Elemente machen den physischen Körper aus. Aber die fünf grobstofflichen Elemente als Ganzes sind letztlich Manifestationen des feinstofflichen Erdelementes.

⦁ Das Erdelement entspricht ⦁ Annamaya Kosha, der Nahrungshülle.

Man kann sagen, dass unter den fünf Elementen das Erdelement grobstofflich ist, also der grobstofflichen Welt entspricht.

Anna heißt Nahrung. Anna heißt auch Erde. Maya heißt "gemacht aus". Nicht Maya (mit langem a), denn Maya ist die Kraft der Illusion. Maya (mit kurzem a) heißt "gemacht aus". Kosha heißt Hülle. Annamaya Kosha ist die aus Nahrung gemachte Hülle.

Achte also gut auf das, was du isst … wie du es isst und mit welcher Gesellschaft, welchen Gesprächen. Was du dabei denkst und fühlst .. all das ist und wird Bestandteil deines Annamaya Kosha, deiner Nahrungshülle.

Die fünf Elemente im Ayurveda

Im Ayurveda können die fünf Elemente den Doshas zugeordnet werden. Das Dosha (bedeutet “das, was Probleme verursachen kann/Fehler”) das vom Erdelement vertreten ist, nennt sich Kapha (bedeutet Phlegma, Schleim).



Kapha ist kühl, träge, beständig, unbewegt, ruhig, ausgeglichen, verlässlich, liebevoll, mitfühlend, fürsorglich. Ein typischer Kapha-Mensch hat unter anderem einen schweren Körperbau, kräftige Gelenke, kräftiges Haar, ein gutes Gedächtnis, einen langen, tiefen Schlaf und kann sich nur schwer auf Neues einstellen.

Sollte Kapha in deiner Konstitution stark verankert sein und du einen passenden Umgang im Einklang mit deiner Natur finden wollen – gerne im Einzeltraining mit mir 😊

Unsere größte Stärke ist bekanntlich auch unsere größte Schwäche .. somit dürfen wir, egal mit welchem Dosha wir am meisten beschenkt wurden, auf den Ausgleich dieses schauen.

Ein zu viel von was auch immer, ist nicht gut .. das verrät einem nicht nur der gesunde Menschenverstand, sondern letztendlich auch das Leben selbst.

Deshalb beschmücke und beschenke dich mit Ausgleich. Jeder und jede auf seinem und ihrem Level, hat ein anderes Verständnis von Balance und Ausgeglichenheit. Um zu erfahren, wo die Mitte/Balance ist, dürfen wir natürlich mit unseren Höhen und Tiefen des Lebens, Grenzen experimentieren bzw. Passiert das automatisch, da es in diesem Spiel ohnehin ein Hin und Herpendeln zwischen Extremen ist. Für die Mitte sind wir aber selbst-verantwortlich.

SELBST – Verantwortung bedeutet unser wahres Wesen wahr- und wichtig zu nehmen und dementsprechend zu handeln bzw. manchmal eben nicht zu handeln. Auch das ist manchmal ein Spiel, bis manfrau zuerst WEISS, was und wie es genau sein soll, bzw. Dieses Bild immer genauer entsteht, je tiefer der Prozess geht. Wichtig ist, dass wir dran sind – das bedeutet “bei sich bleiben”.

In unserer heutigen Welt wird das Erdelement zu sehr vernachlässigt. Alle Naturlehren haben ihren Urpsrung im Erdelement. Es ist die Mitte allen Lebens: in Form von Altweibersommer zb in den Jahreszeiten, Unterbauch und Körpermitte genannt Hara im Körper, unserer Mutter Erde als Planet, der Kindheit und spätes Alter im Lebenszyklus, der frühe Morgen als Tageszeit, die Familie als Lebensprinzip … dieses Element nährt und trägt alles, siehe Erde. Es gibt allem Raum, lässt alles und alle sein, wie sie sind, die Liebe und Barmherzigkeit kennt keine Grenzen. Sie kümmert sich nicht um sich selbst, sie verkümmert nur, wenn wir nicht dementsprechend auf sie schauen und sie nähren.

Sich um die eigene Mitte zu sorgen ist nicht nur aktive Gesundheitsvorsorge, sondern auch kollektive Pflicht. Die Ausbeutung von sich selbst, seinen eigenen Ressourcen zeigt sich auch im Außen. Deshalb gib dir dein Zuhause, pflege es, sodass auch die Erde wieder unser Zuhause wird, ist.

OM GAM GANAPATAYE NAMAHA

Ganesha Mantra


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